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Interview mit einem Top-Absolventen vom Ham-Nat 2020

 

Liebe Ham-Nat Teilnehmer! Heute haben wir einen Gast bei uns - sein Name ist Nima, er hat 2020 den Ham-Nat geschrieben und konnte mit einem Ergebnis von 86/100 Punkten den 19. Platz von über 2800 Teilnehmern in Hamburg erreichen. Heute erzählt er euch von seinen Erfahrungen, Strategien und Tipps, wie er das geschafft hat und wie auch ihr das schaffen könnt. Wir wünschen euch viel Spaß mit dem Interview!  

 

 


Ham-Nat Coach Team (HNC): Hallo Nima. Zunächst einmal die klassische Frage: Wie kam es dazu, dass du Medizin studieren wolltest und wie bist du auf den Ham-Nat gekommen?

 

Nima: Hey. Danke, ich freue mich, meine Erfahrungen an Andere weitergeben zu können. Ich bin in Hamburg aufgewachsen. Während der Schulzeit habe ich gemerkt, dass mich der menschliche Körper fasziniert. Von der Möglichkeit, in Hamburg Medizin studieren, habe ich von einem guten Freund erfahren, der gerade seine Approbation am Universitätsklinikum in Hamburg erhielt. Er hat 2012 angefangen zu studieren und konnte mir durch seine Erfahrung von den vielen Vorteilen des Modellstudiengangs des UKE erzählen. Er hat mich sehr inspiriert. Somit erkundigte ich mich, wie ich es schaffen kann, in Hamburg Medizin zu studieren. Denn Hamburg ist  - abgesehen vom vielversprechenden Modellstudiengang - auch meine Heimat und ich wollte bei meiner Familie bleiben. So bin auf den Ham-Nat gestoßen. Ich war sehr glücklich, als ich gelesen habe, dass der Ham-Nat allen Personen bis zu einem Abiturschnitt von etwa 2,2 (mittlerweile werden Alle eingeladen, die den Ham-Nat schreiben möchten) realistische Chancen auf einen Studienplatz gibt. Ich selbst hatte einen Schnitt von 1,5 und sah dadurch direkt meine Gelegenheit. 

 

HNC: Hast du 2019 - also direkt nach dem ersten Versuch - einen Studienplatz bekommen? 

 

Nima: Nein, ich habe mein Abitur 2019 gemacht. Danach habe ich den Ham-Nat das erste mal geschrieben. Hier habe ich es nicht geschafft. Rückblickend weiß ich aber genau, woran es lag: Ich hatte kein System, keinen Lernplan. Ich hatte keine Ham-Nat Lernmaterialien, nur einzelne Themen bearbeitet und mit viamint gelernt. Insgesamt habe ich nur wenig Zeit in die Übung gesteckt. 

 

HNC: Wie sah deine Reaktion aus, als dann nach dem Ham-Nat die Nachricht kam, dass es nicht gereicht hat?

 

Nima: Es war erstmal ein Schlag ins Gesicht. Natürlich hatte man sich irgendwo noch Hoffnungen auf eine Zulassung gemacht. Die Enttäuschung hielt tagelang an. Ich wollte meinen Traum aber unbedingt erfüllen und Medizin studieren. Mit diesem Gedanken im Kopf konnte ich noch einmal neue Kräfte sammeln und die Entscheidung fällen: Ich werde es ein Jahr später wieder versuchen. 

 

HNC: Was hast du in der Zwischenzeit bis zum nächsten Ham-Nat gemacht? 

 

Nima: Ich habe ein dreimonatiges Pflegepraktikum absolviert, wodurch ich einige wertvolle Praxiserfahrungen sammeln konnte. Der Ham-Nat wurde zu dieser Zeit auf den März verlegt. Daher ging für mich im Januar die intensive Vorbereitung weiter. 

 

HNC: Was hast du bei der Vorbereitung auf den Ham-Nat 2020 anders gemacht als im Jahr zuvor? 

 

Nima: Kurz gesagt - ich habe mir eure Ham-Nat Coach Bücher gekauft. Ich hatte in der Schule Biologie-Leistungskurs sowie Chemie und Physik im Grundkurs. Das Wissen in der Chemie und Physik hat mir aber nicht wirklich geholfen, da ich nicht wusste, wie man das Wissen im Multiple-Choice-Format des Ham-Nats anwenden kann. Mir hat einfach die Übungspraxis gefehlt. Durch die Ham-Nat Coach Bücher konnte ich einen sehr guten Eindruck bekommen, wie die Themen im Ham-Nat abgefragt werden. Ich habe durch die vielen Aufgaben die nötige Routine und Finesse bekommen, mit den chemischen und physikalischen Formeln umzugehen und Aufgaben im Ham-Nat schnell zu lösen. Das theoretische Wissen hätte für ein gutes Ham-Nat Ergebnis nie gereicht. Ein netter Nebeneffekt war, dass manche Aufgabenstellungen aus den Ham-Nat Coaches tatsächlich fast 1:1 im Ham-Nat vorkamen und man sie dann einfach nur wiedererkennen musste.  Viamint - die offizielle Plattform für den Ham-Nat - hat mir natürlich auch geholfen, diese bot aber im Gegensatz zu den Ham-Nat Coach Büchern oftmals keine vernünftige Erklärung zu den Fragen. 

 

HNC: Das freut uns zu hören! Wie bist du denn auf uns gestoßen damals? 

 

Nima: Ich habe bei Facebook ‘Ham-Nat’ eingegeben und bin dann auf die verschiedenen Ham-Nat Gruppen gestoßen. In den Gruppen waren immer wieder Empfehlungen von ehemaligen Teilnehmern zu finden, die durch euch einen Studienplatz in Hamburg erhalten haben. 

 

HNC: Was ist der größte Fehler, den Teilnehmer während der Vorbereitung machen können? 

 

Nima: Den Fokus auf die Theorie zu legen. Der Fokus sollte ganz klar auf dem Rechnen von Übungsaufgaben - dem Kreuzen - liegen. Der Ham-Nat ist mitunter ein Schnelligkeitstest. Es wird - neben dem Wissen - auch geprüft, wie schnell du Sachverhalte in Aufgaben begreifen kannst. Deshalb sind die Aufgaben auch so ausgelegt, dass du zwangsläufig Zeitprobleme bekommen wirst. Und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Denn dann gewinnt der, der routiniert im Kreuzen von Übungsaufgaben ist und dadurch die nötige Schnelligkeit erlangen konnte. Die Zeit, welche bei vielen Teilnehmern einen wesentlichen Stressfaktor darstellt, fällt durch das Durchrechnen vieler Übungsaufgaben weg. Dadurch konnte ich mir einen Vorteil gegenüber meinen Mitbewerbern verschaffen: Am Ende hatte ich vor Ende des Ham-Nats sogar noch 15 Minuten Zeit, um alle Aufgaben noch einmal zu kontrollieren. 

 

HNC: Wie sah denn dein Lernplan während der Vorbereitung aus?

 

Nima: Ich habe insgesamt 3 Monate gelernt. Die ersten drei Wochen habe ich mit dem Lernen der Theorie verbracht, danach ging es nur um das Kreuzen, Kreuzen, Kreuzen. Durch die Übungsfragen hat sich auch das theoretische Wissen verfestigt und das Verständnis gesteigert. Die Aufgaben zeigen einem auch gnadenlos seine eigenen Schwächen und Wissenslücken. So bekommt man die Möglichkeit, diese Lücken mithilfe von Lehrbüchern zu füllen und an den Schwächen gezielt zu arbeiten. Ich habe zum Beispiel alles, was mit Rotation zu tun hat, in den Ham-Nat Coach Büchern 5 mal durchgerechnet, bis es aus dem Effeff konnte. 

 

HNC: Super. Beschreib uns einen typischen Tag während deiner Ham-Nat Vorbereitung. 

 

Nima: Ich habe versucht, um 0 Uhr zu schlafen und um 9 Uhr aufzustehen. Dann bin ich nach dem Frühstück entweder direkt zu den Ham-Nat Übungsbüchern oder zuerst zum Sport und dann zu den Übungsbüchern. Mein Tag war aus zwei großen Lernblöcken aufgebaut: Einmal am Vormittag 3 Stunden und einmal am Nachmittag 2-3 Stunden. In diesen Lernblöcken habe ich auch jegliche Ablenkung vermieden: Der wichtigste Tipp, den ich an alle zukünftigen Teilnehmer diesbezüglich wohl habe, ist, das Handy in dieser Zeit komplett auszuschalten. Der Samstag war der einzige freie Tag in der Woche. Sonntags habe ich meinen Lernplan auch eher entspannt gesehen und die Zeiten nicht so akribisch eingehalten. 

 

HNC: Danke! Nun gehen wir direkt zum Test selbst. 2020 wurde der Ham-Nat grundlegend verändert. Der vorher rein naturwissenschaftliche Ham-Nat wurde mit dem Testteil ‘Logisches Denken’ durch eine kognitive Komponente ergänzt. Was kannst du zukünftigen Teilnehmern über die einzelnen Testteile auf den Weg geben? Erzähl uns deine Tipps zu den Figuralen Matrizen, dem Relationalen Schließen und dem Arithmetischen Problemlösen. 

 


Figurale Matrizen

Wichtigster Stressfaktor: Zeit. 

Nimas wichtigster Tipp: Infoblatt gut durchlesen und viel üben! Ich bin so vorgegangen, dass ich die vorgestellten Schemata im Infoblatt auswendig gelernt habe. Ich wusste also genau, was die Ersteller mit den Matrizen machen könnten (Addition, Subtraktion...). Wenn man schon weiß, welche Kombinationen möglich sind, macht es die Sache schon etwas leichter. Aber Achtung: Die Zeit ist knapp bemessen. Diesem Faktor kann man vorbeugen, indem man möglichst viele Übungsaufgaben vor dem Ham-Nat durchgeht.

 

Relationales Schließen

Wichtigster Stressfaktor: Zeit. Dieser Stressfaktor wiegt hier noch schwerer als im Naturwissenschaftsteil. Beim Ham-Nat 2020 wurden die Übungsfragen für den Testteil Logisches Denken erst zwei Wochen vor dem Ham-Nat veröffentlicht. Es gab für den Testteil Relationales Schließen nur 8 Übungsaufgaben! Mit denen konnte man keine Routine entwickeln und somit hat mir die nötige Schnelligkeit gefehlt, um alle Aufgaben zu bearbeiten. 

Nimas wichtigster Tipp: Vorher viele Übungsaufgaben durchgehen - so oft wie möglich. Man muss die Schemata der Aufgabe innerhalb von Sekunden erkennen. Dies gelingt nur, wenn man vorher es hunderte Male geübt hat.

 

Arithmetisches Problemlösen

Wichtigster Stressfaktor: Kopfrechnen ohne Taschenrechner und ohne Stift!

Nimas wichtigster Tipp: Kopfrechnen üben, üben, üben, üben und alle Aufgaben bearbeiten! Da auch in diesem Testteil keine Notizen erlaubt sind, solltest du schon während deiner Ham-Nat Vorbereitung genau so üben. Simuliere die Testbedingungen also so realistisch wie möglich. Genau so wirst du dir einen Vorteil gegenüber deinen Mitbewerbern verschaffen: Da es der letzte Testteil ist, sind die meisten Teilnehmer mit den Kräften schon am Ende, egal wie gut sie vorher in Mathe waren.  Durch das regelmäßige Üben von Kopfrechnen in der Ham-Nat Vorbereitung kannst du aber noch deine letzten Kräfte bündeln und die Aufgaben meistern.  Solltest du trotzdem nicht fertig werden, rate ich dringend, trotzdem alle Aufgaben vor dem Ende anzukreuzen! Dann besteht wenigstens die Chance, richtig geraten zu haben. Nach dem Gong darf man nachträglich keine Kreuze mehr setzen.


 

 

 

HNC: Hättest Du dir zu den drei Testteilen Figurale Matrizen, Relationales Schließen und Arithmetisches Problemlösen noch mehr Übungsaufgaben als jene von Viamint gewünscht?

 

Nima: Definitiv. Auf Viamint waren es insgesamt 30 zu dem gesamten Testteil Logisches Denken. Hier kann man einfach keine Routine, keine Genauigkeit und keine Schnelligkeit entwickeln. Die zukünftigen Teilnehmer haben durch euer neues Buch ‘Ham-Nat Coach: Logisches Denken’ definitiv einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz - ich hätte mir es damals definitiv gewünscht, denn ich hatte eigentlich nicht wirklich eine Idee, wie ich die Aufgaben systematisch lösen kann. Dieses Problem bleibt zukünftigen Teilnehmern durch euer Buch erspart.

 

HNC: Würdest du abschließend sagen, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat? 

 

Nima: Auf jeden Fall. Als ich die Nachricht der Zulassung erhalten habe, bekam ich ein Gefühl von Stolz in mir, das ich in meinem Leben noch nie hatte. Wenn du merkst, dass du das Ziel, für das du so viel Zeit und Tränen investiert hast, endlich erreichst - nach Monaten voller Zweifel ...

Es gibt kein besseres Gefühl. Ich kann endlich mein Traumstudium beginnen. 

Als netter Nebeneffekt helfen mir die naturwissenschaftlichen Inhalte, die ich für den Ham-Nat gelernt habe, jetzt auch im Studium. Mir werden Zusammenhänge der Physiologie, Pharmakologie und Biochemie viel schneller klar, da sie alle auf der Chemie, Physik und Biologie basieren. 

 

HNC: Letzte Frage. Was sind deine Top 3 Erfolgsstrategien, um ein gutes Ergebnis im Ham-Nat zu erzielen? 

 

Nima: 

1. Gib dein Bestes und dann lass los: Du gibst dein Bestes und musst selber davon überzeugt sein, dass du dein Bestes gegeben hast. Danach liegt es nicht mehr in deiner Hand. Den Rest überlässt du dem Lauf der Dinge. Diese Perspektive hat mir sehr geholfen, mit den ganzen Zweifeln und Ängsten umzugehen.

2. Lerne aus deinen Fehlern: Wenn du es nicht direkt schaffst, schreibe dir genau auf, woran es gelegen hat und mach es beim nächsten Mal besser. Fang früh genug an und du wirst es schaffen. 

3. Zweifel nicht an dir selbst. Je nachdem wo du bist - egal ob du direkt vom Abitur kommst oder schon in den späten 20ern bist - denk daran, dass du mit vielen Anderen im gleichen Boot sitzt. Alle Anderen wollen auch durch den Ham-Nat ins Medizinstudium kommen. Andere haben auch Ängste. Andere haben auch Zweifel. Mach einfach weiter, mach ein Stückchen mehr - auch an Tagen, wo du keine Lust hast. Geh trotz der Motivationstiefs an den Schreibtisch. Halte dein Ziel immer im Auge. 

 

HNC: Nima, wir bedanken uns herzlich für das Interview! Das Ham-Nat Coach Team wünscht dir eine tolle Zeit im Studium. Du hast es dir verdient.

 

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